RZ

RZ – Portrait eines Gebäudes
Fotografiert von Stephanie Neumann.
Kuratiert von Moritz Jekat.

Vernissage: 1. September 2018, 16 Uhr
Ausstellung: 1. September – 1. Oktober 2018
Donnerstags 14 – 18 Uhr & nach Absprache
Rechenzentrum Potsdam

Die Ausstellung zeigt Auszüge aus der limitierten fotografischen Publikation „RZ – Portrait eines Gebäudes“. 44 Seiten, 1. Auflage 250 Exemplare.


Zwischen den Jahren 1969 und 1971 wird das Datenverarbeitungszentrum, auch Rechenzentrum genannt, in Montagebauweise durch ein Architektenkollektiv um Sepp Weber errichtet. Dieser ist fast zeitgleich an der Errichtung des Havelhochhauses sowie des Instituts für Lehrerbildung (später Fachhochschule am Alten Markt) beteiligt. Der Komplex aus zwei Gebäudeteilen liegt zurückversetzt in der Magistrale Wilhelm-Külz-Straße (ab 1992 Breite Straße) Ecke Dortustraße. Ein Verwaltungstrakt mit fünf Geschossen öffnet sich um einen Innenhof. Der eingeschossige Eingangsbereich verbindet das Hauptgebäude mit dem niedrigeren zweistöckigen Trakt, in dem sich das eigentliche Rechenzentrum befindet. Beide Gebäudeteile überschneiden partiell sowohl die Grundfläche der ehemaligen Garnisonkirche als auch die ehemalige Plantage. Ein aus 18 Einzelbildern bestehendes Glasmosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ des Künstlers Fritz Eisel säumt den Sockel des Rechenzentrums. Das Mosaik, im Stil des Sozialistischen Realismus, verweist auf den weltlich-sozialistischen Fortschritt und nimmt Bezug auf die Geschichte des Ortes. Von den frühen Siebzigern bis Ende 2018 dient das Ensemble – seit 2015 nur noch Teile davon – der Datenverarbeitung. Zu DDR-Zeiten ist hier der „VEB Maschinelles Rechnen für statistische Zwecke“ untergebracht, in dem unter anderem Einwohnerdaten, bestimmte Wohnraum- und Katasterdaten erfasst, verarbeitet und gespeichert werden. Eine zentrale Aufgabe des Rechenzentrums ist es, Programmierer*innen, Operator*innen und Wartungstechniker*innen für den Bezirk Potsdam auszubilden. Seit 2001 ist das Rechenzentrum die Zentrale der Datenverarbeitung des Landes Brandenburg. Diese zieht im Herbst 2015 aus Teilen des Verwaltungsgebäudes aus. Seitdem wird der würfelförmige Bau als Kunst- und Kreativzentrum genutzt. Die Zukunft des Rechenzentrums ist unklar. Es gibt unterschiedliche Positionen – von Erhalt, über (Teil-)Abriss des Rechenzentrums für den Wiederaufbau der Garnisonkirche, bis hin zur kompletten Neugestaltung des Areals. Im Bebauungsplan ist ein Abriss des Rechenzentrums im Zuge der Wiedergewinnung der historischen Potsdamer Mitte vorgesehen. Oktober 2017 startet der Bau des Turms der Garnisonkirche. Der Brandenburgische IT-Dienstleister (ZIT-BB) verlässt den Standort. September 2018 gehen die Nutzungsverträge für das Kunst- und Kreativzentrum in die Verlängerung mit einer Laufzeit bis Ende 2023. Ein neuer Standort für künstlerische und kreative Produktion und Begegnung soll bis dahin geschaffen werden. Der Verbleib für das denkmalgeschützte Mosaik „Der Mensch bezwingt den Kosmos“ ist noch unklar.

Das Projekt „RZ – Porträt eines Gebäudes“ entstand im Rahmen von „Potsdam 1025 Jahre“.

Herzlichen Dank an Moritz Jekat, Anja Engel, Anne Derwell, Lukas Imhof, Beate Lütke, RZ-Pförtner*innen, Bernd Birkholz, Andreas Gillmeier, Stadt Potsdam, Stiftung SPI, Rechenzentrum.

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